Ein Sommer mit Amnesty International in Mittelamerika

Im Sommersemester hat die Hochschulgruppe Amnesty International Erfurt wieder verschiedene Aktionen im Bereich der Menschenrechtsbildung durchgeführt. Nachdem wir uns letztes Jahr thematisch mit der Menschenrechtslage im Iran auseinandergesetzt haben, zog es uns nun auf den amerikanischen Kontinent. Dabei fokussierten wir uns auf die Region Mittelamerika (+Mexiko). Ähnlich wie im Iran haben Bewohner_innen dieser Region immer noch mit Menschenrechtsverletzungen zu kämpfen. Angefangen bei illegalen Waffenexporten über sexualisierte Gewalt bis hin zur Praktik des sogenannten „Verschwindenlassen“ von Menschen. Im Rahmen des Semesters griffen wir diese sensiblen Themen auf und versuchten durch Filmabende und Vorträge ein Bewusstsein bei den Anwesenden dafür zu schaffen.

So zeigten wir am 07.05. in Kooperation mit der AG Nachhaltigkeit den auf Tatsachen beruhenden Thriller „Meister des Todes“, der deutsche Waffenexporte nach Mexiko thematisiert. Am 15.05. folgte der Film „Sin Nombre”, der von der Fluchterfahrung mittelamerikanischer Geflüchteter durch Mexiko handelt. Mit der Hoffnung auf ein besseres Leben nehmen sie die gefährliche Reise in die USA auf sich, doch ein Großteil von ihnen wird sein Ziel nicht lebend erreichen. Außerdem spielen Bandenkriminalität, Gewalt und Drogen in Mexiko eine große Rolle, was der Film in eindrucksvollen Bildern verdeutlicht. Zum Abschluss des Semesters strahlten wir am 11.06. die Dokumentation „La Voz del Gualcarque” aus mit anschließendem Vortrag der Regisseurin und Menschenrechtsaktivistin Paola Reyes, die über das Vorhaben der honduranischen Regierung ein Wasserkraftwerk auf dem Land der indigenen Lenkas zu errichten, referierte. Das indigene Volk allerdings besteht auf seinem Recht und kämpft mit allen Mitteln gegen die Enteignung. Infolgedessen wurde Berta Caceres, Anführerin der Protestbewegung Copinh, von ihren Widersachern ermordet. Amnesty International setzt sich seit Jahren für Bertas Fall ein und fordert neben Gerechtigkeit auch eine lückenlose Aufklärung der Gewalttat.

Mit Infoständen auf dem Unicampus, in der Stadt, sowie beim Fantasy Beach Festival am Alperstedter See haben wir die Öffentlichkeit über unsere Arbeit aufgeklärt und Unterschriften für Petitionen gegen das Verschwindenlassen in Mexiko und brutale Gewalt gegen die LGBTIQ+-Gemeinschaft in Zentralamerika gesammelt. Zur Akquirierung von Finanzmitteln organisierten wir zusätzlich die Party „La vida loca“ mit DJ Fuego im Kickerkeller.

Wir blicken auf ein spannendes und abwechslungsreiches Semester zurück, in dem wir viel Neues lernen durften und unsere Forderungen wirkungsvoll nach außen tragen konnten. Wir möchten all unseren aktiven Mitgliedern und Förder_innen für ihren Einsatz danken. Ohne Euch wäre unsere Arbeit nicht möglich!